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Bewegungsarten in der Buchhaltung
und ihre Bedeutung für Finanzspiegel
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Bewegungsarten in der Buchhaltung
und ihre Bedeutung für Finanzspiegel
Januar 2026 | Finance & Accounting
In der Buchhaltung werden Bewegungsarten genutzt, um finanzielle Transaktionen und deren Veränderungen in den Konten zu klassifizieren. Sie sind essenziell für die Erstellung von Spiegeln wie Anlagenspiegel, Rückstellungsspiegel, Eigenkapitalspiegel und Darlehensspiegel, die für die Finanzberichterstattung und die Cashflow-Analyse von großer Bedeutung sind.
Bewegungsarten und betroffene Konten
Bewegungsarten definieren, wie sich ein bestimmtes Konto verändert. Sie werden häufig für Bestandskonten genutzt, insbesondere bei:
Anlagenbuchhaltung (Anlagenspiegel)
Zugänge (Kauf von Anlagen)
Abgänge (Verkauf oder Verschrottung)
Abschreibungen (planmäßig oder außerplanmäßig)
Umbuchungen (innerhalb der Anlageklassen)
Rückstellungen (Rückstellungsspiegel)
Zuführungen (Neubildung von Rückstellungen)
Auflösungen (Verbrauch oder Rückbuchung)
Veränderungen (z. B. Anpassungen an neue Schätzwerte)
Eigenkapital (Eigenkapitalspiegel)
Einlagen & Entnahmen (Kapitalzuführungen oder -rückführungen)
Gewinn-/Verlustveränderungen (Jahresüberschuss/-fehlbetrag)
Ausschüttungen (Dividendenzahlungen)
Darlehen (Darlehensspiegel)
Aufnahmen (neue Kredite)
Tilgungen (Rückzahlungen)
Zinsveränderungen (Zinszahlungen oder Umschuldungen)
Erstellung von Spiegeln und ihre Bedeutung für den Cashflow
Spiegel sind notwendig, um die Bewegungen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten transparent darzustellen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die Entwicklung von Beständen über die Zeit nachvollziehbar zu machen.
Bedeutung für den Cashflow
Anlagenspiegel: zeigt Investitionen und Abschreibungen, die den operativen und Investitions-Cashflow beeinflussen.
Rückstellungsspiegel: gibt an, welche Rückstellungen zahlungswirksam sind und den operativen Cashflow betreffen.
Eigenkapitalspiegel: bildet Kapitalmaßnahmen und Gewinnverwendungen ab, die sich auf Finanzierung und Dividendenzahlungen auswirken.
Darlehensspiegel: zeigt Kreditaufnahmen und Tilgungen, die direkten Einfluss auf den Finanzierungs-Cashflow haben.
Es gibt zwei Möglichkeiten, in Odoo mit Bewegungsarten zu arbeiten:
Nutzung analytischer Konten
Im Standard könnte man dafür einfach Analytische Konten nutzen. Dazu müsste man für die vier Bereiche (Anlagen, Rückstellungen, Eigenkapital, Darlehen) jeweils vier Analytische Pläne anlegen und diese dann so einstellen, dass sie nur für bestimmte Konten herangezogen werden.
Nachteile dieser Methode
In den Buchhaltungsbuchungen (Buchungszeilen) kann man nicht nach Analytischen Konten gruppieren.
In den "Analytic Items" ist Gruppierung möglich, aber die Tabelle ist für diesen buchhalterischen Zweck nicht ideal.
Beliebige prozentuale Verteilungen können zu unerwünschten Ergebnissen führen.
Für Buchhalter ist diese Methode zu umständlich.
Nutzung der syscoon-App "Movement Types"
Die bessere Lösung ist die Nutzung der syscoon-App "Movement Types". Hier kann man:
Bewegungsarten-Kategorien anlegen.
Bewegungsarten den Kategorien zuordnen.
Direkt im Kontenplan jedem relevanten Konto eine Bewegungsarten-Kategorie zuweisen.
Vorteile dieser Methode
In den Buchungssätzen wird das Feld "Bewegungsart" für die betroffenen Konten pflichtig.
Man kann in den Buchungszeilen nach Kategorien und Bewegungsarten filtern und gruppieren.
Perioden-Spiegel lassen sich ohne Anfangswerte problemlos erstellen.
Für einen vollständigen Spiegel wechselt man einfach in die Odoo-Sheets und baut sich mit den syscoon-Sheet-Formeln exakte Spiegel nach Wunsch.